Nicht mein Problem – das dritte Spiegelgesetz

444444Nachdem ich in den letzten Blogs das 1. und 2. Spiegelgesetz vorgestellt habe, kommt heute das 3. Spiegelgesetz an die Reihe. Inhaltlich können wir dabei gut an die Beispiele aus dem Blog zum 2. Spiegelgesetz anknüpfen, denn das 2. und das 3. Spiegelgesetz sind eng miteinander verbunden.

Das 3. Spiegelgesetz:

Alles, was der Andere an mir kritisiert und mir vorwirft oder anders haben will und bekämpft, mich dies aber nicht berührt, sind sein eigenes Bild, sein eigener Charakter, seine eigenen Unzulänglichkeiten, die er auf mich projiziert.

Im 2. Spiegelgesetz haben wir uns mit der Kritik von außen beschäftigt. Sind dabei aber zunächst auf die Fälle, in denen wir selber betroffen sind, eingegangen. Das 3. Spiegelgesetz beschäftigt sich gleichfalls mit der Kritik von außen. Nun steht jedoch die Kritik im Mittelpunkt, die uns nicht selber betroffen macht. Wir sind mit uns im „Reinen“ und haben nichts zu klären. Hier liegt das Problem eindeutig bei dem Dritten. Er projiziert seine eigenen Unzulänglichkeiten, seinen Charakter oder sein Bild auf einen anderen Menschen.

Erinnern wir uns an die Beispiele aus der letzten Folge.

  1. Ihre Kollegin sagt zu Ihnen: „Mensch, Du hast aber im letzten Monat ordentlich zugelegt.“ Ihnen ist in dem Beispiel klar, dass Sie seit dem letzten Urlaub einige Kilos mehr auf die Waage bringen. Doch Sie fühlen sich nicht verletzt und sind auch nicht betroffen. Sie denken vielleicht, „recht hat sie, habe ich ja auch schon selber gemerkt“. Oder Sie lächeln sogar und sagen: “Jo, bald brauche ich einen Kran, der mich morgens aus dem Bett hievt“. Sie wissen um Ihre Kilos, können damit umgehen und fühlen sich ganz offensichtlich überhaupt nicht verletzt. Sie sind nicht betroffen über die Bemerkung, die einfach an Ihnen abgleitet. Doch es ist offensichtlich, dass Ihre Kollegin durch die Äußerung ihr eigenes Bild projiziert oder ihre eigene Unzulänglichkeit offenbart. Möglicherweise meint sie, selber ein wenig zu viel auf den Rippen zu haben. Es kann aber auch sein, dass sie aus irgendeinem anderen wütend oder verletzt ist und sich durch diese Bemerkung Luft machen möchte. Ihre Gründe oder Motive können vielfältig sein. Doch wenn Sie sich durch die Bemerkung nicht verletzt fühlen und diese locker an Ihnen abprallt, dann ist das Problem ausschließlich auf der Seite Ihrer Kollegin.

 

  1. Oder wie sieht es aus, wenn Ihr Chef zu Ihnen nach einem Meeting sagt: “Sie wissen, dass ich Ihre Meinung schätze, aber halten Sie sich bitte bei zukünftigen Veranstaltungen ein wenig mit Ihrer vorlauten Art zurück.“ Wenn diese Äußerung Sie nicht weiter tangiert und Sie vielleicht sogar innerlich in sich hineingrinsen, dann haben Sie an dieser Stelle nichts zu bearbeiten. Vielleicht denken Sie: “Aha, da habe ich wohl auf den falschen Knopf beim Chef gedrückt. Weiß ja, dass ich nicht immer zurückhaltend bin, aber gut, dass ich mich getraut habe und vor den Kollegen meine Meinung gesagt habe.“ Sie sind nicht betroffen. Doch Ihr Chef scheint mit seiner Kritik hier sein eigenes Problem zu offenbaren. Auch das kann vielfältig sein. Möglicherweise hat er sich über etwas geärgert und macht sich mit der Bemerkung ein wenig Luft. Oder er selber kann sich nicht zurückhalten, was ihn tatsächlich selber an ihm nicht gefällt. Damit müssen hier nicht Sie, sondern der Andere, in diesem Fall der Chef klarkommen. Er könnte an dieser Stelle sein Problem erkennen und bearbeiten.

Kurz zusammengefasst bedeuten das 2. und das 3. Spiegelgesetz:  Alles was uns selber betroffen macht, was Resonanz auslöst, weist auf ungeklärte Eigenanteile in uns hin. Doch wenn Kritik, bösartige Äußerungen und wütende Bemerkungen uns nicht gefühlsmäßig aufwühlen, nicht berühren und  nicht betroffen machen, dann liegt das Problem bei dem Dritten.

Soweit alles klar? Dann haben Sie den Wesenskern der drei Spiegelgesetze verstanden und wir können demnächst diese kleine Spiegelgesetzserie mit dem letzten und vierten Spiegelgesetz abschließen.

 

Dagmar Reuter

Jobcoaching Bonn

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Ein Gedanke zu „Nicht mein Problem – das dritte Spiegelgesetz

  1. Pingback: Ich und Du – das 4. Spiegelgesetz | Jobcoaching Bonn

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