Die Einstellung entscheidet……

Das ersehnte Vorstellungsgespräch naht und die Aufregung steigt. Doch plötzlich tauchen aus dem Nichts die gewissen Punkte wieder ins Bewusstsein. Wie erkläre ich, dass ich drei Jahre nicht gearbeitet und eine Auszeit in Australien genommen habe? 2015_business_team_3942Was denkt der potentielle Arbeitgeber bloß darüber, dass ich bei meinem letzten Arbeitgeber über 15 Jahre beschäftigt war? Was kann ich zu der letzten Kündigung erzählen? So oder so ähnlich fragen sich viele Bewerber vor dem entscheidenen Gespräch. Doch vergegenwärtigen Sie sich bitte: Bei nahezu jedem Menschen gibt es Ereignisse im Lebenslauf, die ihm unangenehm sind oder für die er sich sogar schämt. Das ist vollkommen normal, denn wir sind alle keine Computer und das Leben verläuft nun einmal nicht immer gradlinig, sondern auch mit ups und downs.

Doch im Bewerbungsgespräch möchte jeder Kandidat selbstverständlich gut da stehen und sich von seiner Schokoladenseite präsentieren. Der Interviewer soll überzeugt werden. Natürlich möchte der Personalchef überzeugt werden und wünscht sich den besten Bewerber für die offene Stelle zu finden. Und welcher Personalchef stellt schon gerne (oder überhaupt) einen Bewerber ein, der traurig und depressiv auf seinen eigenen Lebenslauf blickt? Ein wenig übertrieben, aber dennoch im Bewerbungsalltag nicht weit entfernt. Die Einstellung entscheidet. Kommt es im Bewerbungsgespräch zu den sogenannten „schwachen“ Punkten, kommt der eine oder andere Kandidat ins Stottern oder schaut verlegen auf den Boden.

Um solche Situationen zu vermeiden, bedarf es einer neuen Einstellung, einer veränderten Haltung des Bewerbers. Denn nur wer zu sich und seinem Lebenslauf stehen und eine positive Grundhaltung dazu einnehmen kann, wird einen Interviewer überzeugen können. Doch seine eigene Grundhaltung zu verändern, gelingt nicht von heute auf morgen. Das ist anstrengende Beschäftigung mit sich selbst. Sie selber kennen Ihre sogenannten „peinlichen“ Punkte.
Um im Bewerbungsgespräch nicht über diese Punkte zu stolpern, ist es ratsam, bei der Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch sich sehr genau mit dem eigenen Lebenslauf zu beschäftigen. Gehen Sie Ihren Lebenslauf der Reihe nach durch alle Stationen durch. Überlegen Sie sich zu jedem einzelnen Berufsabschnitt, was Sie in der Zeit im Beruf und im Leben erlebt und erreicht haben. Reflektieren Sie zum Beispiel mit den folgenden Fragen genau und halten die Ergebnisse am Besten schriftlich fest:

• Auf welche Ereignisse schauen Sie (in diesem Abschnitte) gerne zurück?
• Welche Erfolge (in diesem Abschnitt) haben Sie stolz gemacht?
• Welche Erfahrungen (aus der Zeit) sind für Sie heute noch hilfreich?
• Was hat (in jener Zeit) zu Ihrer fachlichen und persönlichen Entwicklung beigetragen?
• Was haben Sie aus (den damaligen) Fehlern gelernt?
• Was haben Sie durch persönliche Rück- oder Schicksalsschläge, die Sie erlebt haben, für Ihr Leben mitgenommen?
• Wie haben Sie (die damaligen) schwere Zeiten überwunden?

All diese Überlegungen werden Ihnen helfen, in den vermeintlichen Schwachstellen auch das Positive zu entdecken. Klar waren Sie 15 Jahre bei dem selben Arbeitgeber. Das spricht doch für Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen. Ein häufiger Wechsel der Arbeitsstellen könnte zum Beispiel Ihre Flexibilität unter Beweis stellen. Bei genauer Betrachtung gibt es für jedes vermeintlich negative Ereignis auch garantiert eine gute Seite. Verinnerlichen Sie sich diese. Fragen Sie sich auch, ob diese kritischen Punkte heute tatsächlich noch wichtig sind. Wie denkt wohl ein Personalchef darüber? Ist es ihm wichtiger, dass Sie heute fachlich qualifiziert sind oder wird er Sie tatsächlich damit löchern, dass Sie vor 12 Jahren einmal betriebsbedingt gekündigt worden sind? Fragen Sie vielleicht auch gute Freunde, was diese zu Ihrem Lebenslauf zu sagen haben. Auch das wird Ihnen eine andere Sicht auf Ihren Lebenslauf geben.

Nach all diesen Übungen hat sich Ihr Lebenslauf garantiert nicht verändert. Hoffentlich aber Ihre Einstellung. Genau das wünsche ich Ihnen und natürlich viel Erfolg für das nächste Vorstellungsgespräch.

Dagmar Reuter
http://www.jobcoachingbonn.de

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2 Gedanken zu „Die Einstellung entscheidet……

  1. Markus Neuner

    Weil Sie gesagt haben wie man es erklären soll das man drei Jahre nicht gearbeitet und sich in Australien eine Auszeit genommen hat. Ich würde ganz einfach die Wahrheit sagen, so wie es ist. Privates hat jedoch in einem Vorstellungsgespräch nichts verloren. Sollte der Fragesteller privat werden ist es dem Bewerber frei überlassen zu antworten. Er muss aber keine privaten Fragen beantworten.

    Gefällt 1 Person

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