Ist die Bewerbung mit ausgedruckten Unterlagen out?

2015_business_team_4316Die ManpowerGroup aus Eschborn hat eine Umfrage zur Jobsuche 2016 mit über 1.000 Personen durchgeführt. Darüber, dass nicht nur arbeitslose Menschen einen Job suchen, sondern auch immer mehr Menschen, die einen gesicherten Arbeitsplatz haben, hatte ich bereits geschrieben (Deutsche Arbeitnehmer auf Jobsuche). Interessant finde ich an dieser Studie, dass danach auch heute noch die Tageszeitung die meist genutzte Quelle auf der Suche nach Stellenangeboten sein soll. Der Stellenteil der Tageszeitungen sei für die Mehrheit der Jobsuchenden die wichtigste Informationsquelle. 54 Prozent prüften die Anzeigen der Printmedien nach geeigneten Angeboten. Doch auch andere Quellen würden vermehrt genutzt, darunter die Online-Jobbörse der Agentur für Arbeit (43 Prozent), persönliche Kontakte (40 Prozent,) und Jobportale im Internet (40 Prozent). Laut ManpowerGroup nutzten Bewerber heute vielfältige Kanäle zur Information über Jobangebote.

Diesen Eindruck kann ich von meinen Jobcoaching Klienten bestätigen. Allerdings geht nach meinem Eindruck der Trend doch mehr und mehr dazu über, dass zunehmend im Internet gesucht und sich danach dort auch beworben wird. Insbesondere jüngere Arbeitnehmer äußern sich im Jobcoaching positiv über die digitalen Bewerbungsmöglichkeiten. Dadurch werden nicht nur Kosten für Bewerbungsmappen und Portogebühren gespart, sondern die Bewerbung im Internet geht zumeist auch schneller und effektiver. Ich rate allerdings dazu, dennoch die einzelnen Dokumente sowie die persönlichen Daten ordentlich aufzubereiten und vor dem Hochladen gründlich durchzusehen.

Auch Apps für Bewerbungen sind kein Tabu mehr. Nach der Studie der ManpowerGroup sollen acht Prozent der Jobsuchenden Tools wie zum Beispiel die App Talents Connect für ihre Bewerbungen nutzen. In der App wird ein Profil angelegt, mit dem Informationen über den Arbeitssuchenden selber, aber auch Wünsche über den Arbeitgeber angelegt werden. Dieses Profil wird durch einen Algorithmus mit den auf der App hinterlegten Anforderungen von verschiedenen Unternehmen verglichen.

Dennoch würden sich laut dieser Studie die Deutschen am liebsten per Post bewerben, indem sie ihre Bewerbungsunterlagen ausdrucken und in einer ordentlichen Mappe per Post an den Arbeitgeber ihrer Wahl verschicken. Jeder Fünfte gibt die Bewerbung danach gerne persönlich im Unternehmen ab (22 Prozent). Die Bewerbung per E-Mail landet nach dieser Studie nur auf Platz drei der beliebtesten Bewerbungsarten (32 Prozent). Die Bewerbung über ein Online-Portal favorisiert erst jeder Fünfte (18 Prozent). Dort werden Bewerbungsunterlagen hochgeladen und auch die persönlichen Lebenslaufdaten unmittelbar in ein Onlineformular eingegeben. Bei Onlinebewerbungen favorisieren die Bewerber bedienerfreundliche Portale. Häufig thematisiert im Jobcoaching. Gerade wenn es um die in einer Bewerbung enthaltenen persönlichen Daten geht, bevorzugen im Zweifel viele Bewerber, doch lieber den persönlichen Weg als ein anonymes Internetportal. Grund scheint tatsächlich die Angst zu sein, dass es während des Hochladens zu Problemen kommen könnte und dann nur Teile der Daten übermittelt werden oder ganz verschwinden könnten.

Für die Studie wurden die Bewerber auch gefragt, was Ihnen im Bewerbungsprozess wichtig sei. Das Ergebnis danach eindeutig: eine schnelle Rückmeldung des Unternehmens. 96 Prozent wollen  früh wissen, wie es mit ihrer Bewerbung weitergeht. Darüber hinaus wünschen die Kandidaten einen festen Ansprechpartner (89 Prozent), eine Begründung für den Fall einer Absage (84 Prozent) und einen Hinweis auf die Dauer des gesamten Bewerbungsprozesses (83 Prozent). 85 Prozent der Bewerber finden es zudem wichtig, für eine alternative Stelle des Unternehmens berücksichtigt zu werden, wenn es mit der Position nicht klappen sollte.

Als Alternative zu einer Festanstellung besteht die Möglichkeit, selbst Unternehmer zu werden und den Weg in die Selbständigkeit zu gehen. Doch nur jeder dritte Berufstätige kann sich vorstellen, freiberuflich zu arbeiten (35 Prozent). Die Mehrheit der Berufstätigen kann sich nach dieser Studie einen Wechsel in die Selbständigkeit allerdings eher nicht vorstellen. Zwei Drittel der Arbeitnehmer wollen lieber weiter als Angestellter in einem Unternehmen arbeiten.

Advertisements

Ich freue mich über jeden Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s