Arbeitsmarktbericht – Februar 2016

IMG_0741Immer wieder taucht bei dem einen oder anderen Jobcoaching die Frage nach der aktuellen Arbeitsmarktsituation auf. Da viele Klienten aus Bonn und der näheren Umgebung kommen und dort Arbeit suchen, werde ich besonders häufig nach der Arbeitsmarktlage in Bonn gefragt. Selber bin ich nicht der wirklich große Fan von Statistiken, da diese meines Erachtens häufig in vielerlei Richtung auslegbar sind. Auf der anderen Seite bieten insbesondere  Arbeitsmarktberichte einen guten allgemeinen Überblick und ab und zu auch interessante Einzeleinblicke in die derzeitige Arbeitsmarktsituation. So habe ich mich entschlossen hier heute die aktuellen Arbeitsmarktberichte der Bundesanstalt für Arbeit (BA) für den Februar 2016 zu veröffentlichen.

Arbeitsmarktbericht bundesweit für den Februar 2016
Arbeitsmarktbericht für den Rhein-Sieg Kreis Februar 2016

Was können wir aus den Arbeitsmarktberichten ableiten? Auf den ersten Blick lässt sich unzweifelhaft feststellen, dass die Arbeitslosenzahlen bundesweit im Februar 2016 gesunken sind. Laut Mitteilung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg hat sich der deutsche Arbeitsmarkt auch im Februar weiter positiv entwickelt. Flüchtlinge und Risiken des Weltmarktes würden sich danach im Moment nicht auswirken. Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen sei laut BA durch die vergleichsweise milde Witterung im Februar begünstigt gewesen.

Doch wer sich genauer mit der Statistik beschäftigen möchte und daraus möglicherweise für sich und seine Situation am Arbeitsmarkt Aussagen ableiten möchte, der sollte die einzelnen Parameter genau kennen. Wichtig ist auch für „Vergleiche“, dass die älteren Statistiken zur Arbeitslosigkeit kaum noch mit den heutigen Statistiken vergleichbar. Das liegt u. a. daran, dass sich Gesetzes- und Verordnungslagen und damit auch die Zahlen der Statistiken verändern.

Wer fällt überhaupt in diese Statistik? Wer gilt denn in Deutschland genau als arbeitslos?

Die Definition ergibt sich aus dem Sozialgesetzbuch III: Arbeitslos ist, wer keine Arbeit hat oder weniger als 15 Stunden pro Woche arbeitet, wer auf der Suche nach einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und für eine Arbeitsstelle sofort verfügbar ist. Auch die persönliche Meldung der Arbeitslosigkeit bei der Agentur für Arbeit ist notwendig.

Der Begriff der verdeckten Arbeitslosigkeit bezeichnet den Anteil der Arbeitslosigkeit, der nicht in dieser oder ähnlichen Statistiken erfasst wird. So fallen weder Schüler, Studenten und Rentner in die Statistik. Auch alle Personen, die nicht bei den Behörden als arbeitslos registriert sind oder die, die die o. a. Kriterien nicht erfüllen. Auch diejenigen, die durch arbeitspolitische Maßnahmen gefördert werden oder die, die über 58 Jahre alt sind und mindestens zwölf Monate kein Angebot für eine Beschäftigung erhalten haben, gehören hierher. Weiter fallen aus der Statistik Personen, die krank geschrieben und Personen, die sich in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder in behördlich angeordneten Umschulungsmaßnahmen befinden. Würden alle Fälle der verdeckten Arbeitslosigkeit mitgezählt, wäre die Statistik und damit die Anzahl von arbeitslosen Menschen in Deutschland tatsächlich ein wenig höher zu beziffern. Genaue Zahlen gibt es meines Wissens hier nicht.

Da andere Staaten ihre eigenen Gesetze und Verordnungen zur Erstellung von Arbeitsmarktberichten haben, lassen sich Arbeitsmarktberichte auch unter den verschiedenen Staaten recht schwer vergleichen. Mit all diesem Wissen um die „Fallstricke“ bei der Erstellung der Statistik finde ich sie dennoch im Allgemeinen sehr hilfreich. Arbeitssuchende können zum Beispiel in der Statistik Hinweise darauf finden, in welchen Gebieten eine niedrige Arbeitslosigkeit herrscht und möglicherweise Arbeitskräfte eher als in anderen Regionen gesucht werden. Auch Einzelauswertungen unter bestimmten Fragestellungen zu einzelnen Regionen oder bestimmten Personengruppen können recht interessant und aufschlussreich sein. Insbesondere lässt sich an diesen Einzelauswertungen ablesen, wo Arbeitsmarktpolitik wirkt und wo nicht.

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