Persönliche Jahresbilanz in 10 Schritten

Was halten Sie von einer persönlichen Jahresbilanz? Für mich ist sie ein unverzichtbares Teil des Kalenderjahres. Um möglichen Missverständnissen gleich von Anfang an vorzubeugen: ich spreche nicht von einer Geschäftsbilanz. Viel wichtiger ist mir persönlich  meine eigene Jahresbilanz. Kalender44Ein Fazit meines individuellen Jahres. Ein ehrliches Resümee mit Höhen und Tiefen, aus dem ich für die Zukunft lernen und meine Weichen neu stellen kann. Die nähere Betrachtung des vergangenen Kalenderjahres ist für mich zum festen Ritual geworden, an dem ich  seit sehr vielen Jahren festhalte. Ohne dieses vertraute „in mich gehen“ würde mir am Ende des Monats Dezember mit Sicherheit irgendetwas fehlen. Diese Zeit des Nachdenkens über die unterschiedlichen Aspekte meines Lebens in den vergangenen 12 Monaten ist einfach fester Bestandteil des Monats Dezember. Das alte Jahr wäre ohne diese Reflexion für mich nicht richtig zu Ende und das neue Jahr könnte nicht wirklich  beginnen. 

Doch was steckt nun tatsächlich hinter meiner persönlichen Jahresbilanz?

Ich nehme mir spätestens in der letzten Dezemberwoche einen Spätnachmittag und am Besten noch den Abend dazu frei. Eine kleine Auszeit nur für mich. Ich stelle sicher, dass ich wirklich allein bin und es keinerlei Störungen von außen geben wird. Vielleicht schenke ich mir auch ein Glas Wein ein. Und dann denke ich über mein Leben und alle Lebensbereiche im fast vergangenen Jahr nach. Dabei versuche ich möglichst viele Gedanken schriftlich zu Papier zu bringen. Denn schriftliche Notizen wirken intensiver. Etwas das schwarz auf weiß geschrieben steht, hat eine nachhaltige Wirkung und kann auch immer wieder nachgelesen werden. Anders als ein flüchtiger Gedanke, der sehr schnell zur Seite geschoben werden kann und spätestens nach einer Stunde wieder vergessen ist. Auch hier gilt – wer schreibt bleibt.

Wer in diesem Jahr mitmachen möchte, hier meine Kurzanleitung:

1. Was ist in diesem Jahr geschehen? Was habe ich in diesem Jahr erlebt? Ich gehe jeden einzelnen Monat der Reihe nach durch und erinnere mich an 1-3 besondere Ereignisse (weltpolitisch und persönlich): ein ganz persönlicher Jahresrückblick verknüpft mit dem weltpolitischen Geschehen. Wer eine künstlerische Neigung hat, kann die Ereignisse mit Bildern oder anderen „Andenken“ hübsch in einem Heft oder aber auch digital festhalten.

2. Was ist in diesem Jahr besonders gut gelaufen und was waren die drei schönsten Ereignisse des Jahres? Die Erinnerung an die eigenen Highlights wachzurufen, ist eine gute Einstimmung und bereitet durch positive Gedanken Freude und Lust auf mehr „Jahresrückblick“.

3. Wie steht es um meine Gesundheit (Ernährung, Kondition, Gewicht, Arztbesuche)? Bei diesem Thema kann es auch ein wenig ernst werden. Ich versuche bei der Wahrheit zu bleiben und mir  ernsthaft zu überlegen, was an meinem Gesundheitszustand gut oder zufriedenstellend ist und inwieweit ich auf dem richtigen Weg bin. Doch natürlich gibt es auch immer wieder Punkte, mit denen ich wirklich nicht zufrieden sein kann bzw. zu denen es Verbesserungsbedarf oder notwendig anstehende Arzttermine gibt.  Im Hinblick auf die Ernährung gibt es sicher jedes Jahr neue interessante Aspekte und/oder gute Chancen etwas Neues auszuprobieren.

4. Wie sieht meine finanzielle Situation aus (hier kommen dann doch die Zahlen ins Spiel)? Ich bin der Auffassung, dass ein Kassensturz unter Berücksichtigung aller laufenden Verträge und Verpflichtungen von Zeit zu Zeit (insbesondere  am Jahresende) sinnvoll ist. Häufig ist gerade das liebe Geld ein Punkt, der diffuse Angst bereitet. Doch nur, wer genau weiß, wo er tatsächlich finanziell steht, kann überflüssige Ängste abbauen, notwendige Maßnahmen ergreifen und für die Zukunft entsprechend vorsorgen.

5. Welche Dinge habe ich in diesem Jahr angeschafft und wofür habe ich Geld ausgegeben? Sicher bereitet es Freude, sich noch einmal zu vergegenwärtigen, was durch eigene Ausgaben angeschafft oder geschaffen worden ist. Oder waren vielleicht doch einige Dinge unnötig? Dann können wir für die Zukunft aus den möglichen Fehlanschaffungen lernen.

6. Was ist in diesem Jahr nicht so gut gelaufen? Habe ich daraus gelernt und wenn ja, was? Zu diesem Punkt mache ich mir grundsätzlich schriftliche Notizen. Denn natürlich neigen wir dazu, unsere Schwachstellen und die nicht so erfreulichen Dinge ein wenig zu beschönigen oder besser noch, ganz zu verdrängen. Ich versuche auch hier sehr ehrlich zu mir selber zu sein. Ich schreibe meine Fehler oder andere negative Dinge des vergangenen Jahres auf und überlege, was ich daraus lernen kann und wie ich ähnliche Fehler in Zukunft vermeiden kann. Häufig fällt mir zu der einen oder anderen negativen Seite plötzlich doch noch etwas Positives ein. Etwas, an das ich bislang gar nicht gedacht hatte. Alle noch so negativen Dinge haben zumeist auch eine – zumindest ganz kleine – gute Seite.

7. Was sind meine größten Sorgen und was sind meine größten Hoffnungen? Sorgen hat jeder von uns und ich „hoffe“ doch sehr, auch Hoffnungen. Die Sorgen können dahin gehend untersucht werden, ob sie wirklich begründet sind. Wenn ja, was kann ich möglicherweise gegen meine Befürchtungen unternehmen? Was kann ich im nächsten Jahr tun, um vielleicht einen kleinen Schritt aus diesen Sorgen heraus zu kommen? Und aus den Hoffnungen lassen sich sehr gut neue Ziele für das nächste Jahr entwickeln (Grundlage für Punkt 10).

8. Was sind meine wichtigsten Erkenntnisse in diesem Jahr? Dieser Punkt ist für mich der eigentliche Jahresabschluss. Was habe ich gelernt? Wo habe ich mich weiterentwickelt? Was fehlt mir noch bei meiner persönlichen Weiterentwicklung? Wenn ich in Ruhe und ehrlich an dieser Stelle meine ganz persönlichen Erkenntnisse gezogen habe, kann ich gedanklich für mich in Frieden mit dem Jahr abschließen. Und nun können die Gedanken in die Zukunft schweifen.

9. Was wünsche ich mir für das neue Jahr? …persönlich,…beruflich,…..in Bezug auf andere Menschen,…materiell: Ein schöner Punkt, denn Wünsche sind zunächst frei und hoffentlich grenzenlos vorhanden.

10. Meine persönlichen Ziele für das neue Jahr (in Bezug auf Beziehungen und Menschen, beruflich, sozial, für Hobby und Freizeit u.w.). Hier versuche ich mir smarte Ziele zu setzen, die nicht zu einfach und zu tief, aber auch nicht zu hoch angesetzt sind. Ein Anreiz für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung im neuen Jahr. Und wer seine Ziele kennt, der wird auch seinen Weg im neuen Jahr sicher finden und ein Stück darauf vorankommen.

Vielleicht haben Sie ja Lust bekommen, diese oder eine ähnliche persönliche Jahresrückschau auch für sich zu halten. Vielleicht machen Sie das auch schon längst und können noch einige Punkte von mir bei sich mit einbauen. Und wer dann noch nicht genug hat, kann sich seine Wünsche und Ziele für 2016 betrachten und dem Jahr einen eigenen Namen geben. Ihr persönliches Motto, wie zum Beispiel 2016 wird  „Mein kreatives Jahr“ oder „Mein Jahr der Veränderung“.

Wie immer Sie das Jahr nun ausklingen lassen, ich wünsche Ihnen eine entspannte ruhige Zeit,   einen fröhlichen und spannenden Übergang und einen guten Neuanfang in 2016.

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15 Gedanken zu „Persönliche Jahresbilanz in 10 Schritten

  1. ladyfromhamburg

    Ich finde es nicht nur ganz prinzipiell sehr hilfreich, sondern auch durch die Tatsache, dass es eine Tradition wird, und diese wiederkehrende Abfolge und das zu bestimmten Zeiten Innehalten und In-sich-gehen, um eine Bilanz zu erstellen, löst Ruhe und Wohlbefinden aus. Es vermittelt das Gefühlt, den Überblick zu behalten oder zu gewinnen, tatsächlich zu lernen und sich weiterzuentwickeln!
    Deine Liste macht es einfacher, an alles zu denken und dabei letztendlich auch noch chronologisch vorzugehen, Leonie. Sehr praktisch und funktionell!
    Mir fällt bei meinem jährlichen Resümee immer wieder auf, dass es leichter mit „Hilfsmitteln“ (wie Notizen oder Fotos) geht, das Jahr Revue passieren zu lassen. Zu viel ist in der Erinnerung schon wieder ziemlich weit nach hinten gerutscht und bleibt sonst fast unbeachtet.
    Insofern unterstütze ich auch sehr deinen Rat, sich Gedanken, die bei der Bilanz aufkommen, Pläne, Ideen etc. zu notieren. Es geht sonst viel zu viel verloren. Der „Gedächtnisschwamm“ ist oft schon so voll, dass einiges wieder ausgequetscht wird, was erhaltenswert und persönlich hilfreich gewesen wäre.

    LG Michèle

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  2. Ilanah

    Ich mache sowas auch, meist zwischen den Jahren, da miste ich auch Handynummern, Mailadressen, Telefonbücher usw. aus, Ballast abwerfen und leichter ins neue Jahr gehen.
    Auch „Freunde“ werden aussortiert, also Leute, die mir nicht guttun, die mich nur benutzen, die werden aussortiert.

    Und ich schaue auf die Rauhnächte, was sie mir im letzten Jahr gebracht haben, bzw. ob ich eine Verbindung zwischen den Nächten und den den Monaten herstellen kann. Meistens kann ich es erkennen.

    Danke fürs Erinnern 🙂

    Gefällt 1 Person

    Antwort
  3. Pingback: Jobcoaching Bonn – ein Neues Jahr ein Neuanfang? | Jobcoaching Bonn

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