Ist Zeitmanagement noch zeitgemäß ? Gedanken zum Management der Zeit !

Ja, wie sieht es heute eigentlich aus? Ist Zeitmanagement noch zeitgemäß? Was meinen Sie? Vor vielen Jahren lernte ich auf Führungsseminaren die „Geheimnisse“ des Zeitmanagements kennen. Was ich damals genau lernte, weiß ich heute  längst nicht mehr. Aber ich erinnere mich sehr gut daran, dass der Dozent das Zeitmanagement als etwas Unentbehrliches beschrieb. Zeitmanagement war eine Kunst, die es zu beherrschen galt.Uhr_3 Kopie Er hat es damals tatsächlich geschafft, uns das Gefühl zu vermitteln, dass Zeitmanagement unabdingbar für Erfolg und Karriere ist. Es hatte geradezu den Anschein,  dass der Mensch nicht ohne ein „richtiges“ Zeitmanagement existieren könne. Wenn ich heute auf die Listen von angebotenen Zeitmanagement Seminaren schaue, hat sich an der Einschätzung der Wichtigkeit anscheinend nicht viel geändert. Die Preise, die dort bezahlt werden, um etwas über das Management der Zeit zu lernen, lässt diesen Rückschluss jedenfalls zu. Doch was ist nun wirklich dran an der Kunst des Zeitmanagements?

Wikipedia schreibt zum Zeitmanagement, dass im persönlichen Zeitmanagement Einzelnen oder Gruppen mit zielführenden Arbeits- und Planungstechniken geholfen werden soll, den Umgang mit der Zeit zu verbessern. Doch was ist eigentlich besserer Umgang mit der Zeit? Wer entscheidet das? Sollen wir noch effektiver, noch stringenter planen und organisieren lernen? Und wofür nutzen wir die auf diese Art erwirtschaftete Zeit am Ende? Für neue und immer wieder neue Aufgaben?  Nicht nur wegen dieser Überlegung  ist das Zeitmanagement in die Kritik gekommen.

Doch die berechtigte Frage bleibt: Wer möchte nicht mehr Zeit? Vielleicht möchten wir alle viel mehr Zeit. Zeit für Familie, Freunde und Freizeit. Zeit zum Leben. Zählt am Ende nicht überhaupt die Zeit mehr als Geld? Schwere Fragen, die nicht einfach zu beantworten sind.

Unter dem Namen Zeitmanagement werden unzählige Techniken angeboten, die uns helfen sollen unseren privaten und beruflichen Alltag strukturierter und einfacher zu bewältigen. Es werden im Zeitmanagement Listen geschrieben, die von to do bis not to do Liste reichen. Was möchte ich heute, morgen, diesen Monat, dieses Jahr erledigen? Und wovon möchte ich mich heute keinesfalls ablenken lassen? Es wird unterschieden zwischen wichtigen und unwichtigen, eiligen, dringlichen und weniger eiligen Fällen. Und selbstverständlich ist es sehr wichtig, dass hinter alle erledigte Aufgaben zum Schluss ein dicker Haken gesetzt wird. Dient das Abhaken der Selbstmotivation oder schafft der Haken lediglich Platz für die nächste Aufgabe?

Doch wie immer der Einzelne zum Zeitmanagement stehen mag, ganz ohne kommt wahrscheinlich keiner von uns aus. Der eine hat einen herkömmlichen Küchenkalender, auf dem er hübsch die Geburtstage der Liebsten, Friseur- und Zahnarzttermine sowie die Termine der örtlichen Abfallwirtschaft notiert. Ein nächster arbeitet nur noch digital und trägt seine beruflichen und privaten Termine in sein Handy oder vielleicht sogar in eine der zahlreichen Apps ein. Die Wenigsten von uns werden nicht gänzlich auf jegliche Hilfsmittel verzichten und alles im Kopf haben. Oder gibt es solche Ausnahmeerscheinung heute  vielleicht tatsächlich doch noch?

Dinge, Termine und Merkposten aufschreiben ist gut und verstärkt die Lernwirkung. Auf der anderen Seite machen wir uns durch zu viel aufzuschreiben auch ein wenig hilflos. Wir merken uns selber immer weniger und verlassen uns vollkommen auf unsere abgesicherten Listen. Wir haben auch immer mehr Passwörter, die wir irgendwo aufschreiben. Diese werden vielleicht wieder in einer Passwort App gespeichert, für die es ein Master Passwort gibt. Doch was machen wir, wenn das Gerät, in dem alles gesichert ist, eines Tages nicht mehr funktioniert oder verschwunden ist. Ist die Cloud die Lösung oder doch besser der eigene Kopf?

Zeitmanagement bedeutet jedoch nicht nur Listenführung und Abhaken. Zwischen dem Anlegen der Liste und dem Abhaken müssen wir agieren. Und auch da hat zum Glück jeder Mensch noch seinen eigenen Stil. Einer ist sehr ordentlich und räumt die Dinge sofort und unverzüglich an ihren Platz. Ein anderer liebt es, ein wohlbeordnetes Chaos um sich zu haben. Er hat die Gewissheit, dass er vielleicht ein wenig länger brauchen wird, um Dinge wiederzufinden. Doch braucht der Ordentliche nicht die gleiche Zeit, um alle Sachen aufzuräumen? Wer hat das bessere Zeitmanagement?

Sie sehen, für das optimale Zeitmanagement habe  auch ich keine Patentlösung. Denn so individuell wie wir Menschen sind, so unterschiedlich ist die Herangehensweise an Dinge und zum Glück auch der Umgang mit unserer Lebenszeit.

Jobcoaching Bonn

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