Ein „Dankeschön“ als Türöffner

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die eigentlich selbstverständlich sind, die den gewissen Unterschied ausmachen. Sich für ein angenehmes Bewerbungsgespräch zu bedanken ist üblich. Doch wie steht es mit einem schriftlichen Danke danach? Wozu, fragen Sie vielleicht? Nun, Wertschätzung gegenüber einem Unternehmen, bei dem es Ihnen persönlich gut gefallen hat, ist immer angebracht.IMG_7430 

Zugleich heben Sie sich mit einem solchen Schreiben als Bewerber sicherlich positiv aus der Masse hervor. Und Sie haben die Gelegenheit, an dieser Stelle zu betonen, welche (hoffentlich) positiven Eindrücke Sie von dem Gespräch und dem Unternehmen mitgenommen haben. 

Ganz nebenbei können Sie vielleicht mit diesem Schreiben auch ein weiteres Mal  geschickt einen Hinweis auf ihre persönlichen Qualifikationen unterbringen. Wer weiß  – möglicherweise hilft gerade dieser persönliche Hinweis , um Sie erneut ins Spiel zu bringen oder Sie zumindest angenehm im Gedächtnis zu behalten.

Jede Rückmeldung sollte individuell auf die entsprechende Firma bezogen formuliert werden. Auch wenn sie letztendlich nicht für den Job ausgewählt werden sollten, bietet ein Dankschreiben immer eine gute Plattform für die Zukunft. Sie können schreiben, dass sie es bedauern, die Stelle nicht erhalten zu haben und dass sie gerne für eine vakante Stelle zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung stehen.

Jobsuchenden in meinem Jobcoaching haben mit solchen Dankschreiben durchaus positive Erfahrungen gemacht. Zeigt doch solch ein Schreiben auch ein besonderes Engagement. Und welcher Personalchef hört es nicht gerne, dass die durch ihn zur Verfügung gestellte Zeit nicht als selbstverständlich angesehen wird. Vielleicht lässt gerade Ihre Rückmeldung das Zünglein an der Waage zu Ihren Gunsten ausschlagen. Wie sich Dinge nach einem solchen Schreiben entwickeln können, zeigen zwei Beispiele aus der Praxis.

Eine meiner Klientinnen kam als Bewerberin um die Stelle einer Speditionskauffrau in die engere Wahl und wurde zu einem Bewerbungsgespräch geladen. Letztendlich entschied sich das Unternehmen für einen Mitbewerber. Durch ihr Dankschreiben blieb sie jedoch bei diesem Unternehmen in angenehmer Erinnerung. Zwei Monate später bot ihr das Unternehmen von sich aus eine durch Schwangerschaft frei gewordene Stelle an. Sie bekam auf diese Art nicht nur eine Stelle in ihrem Wunschunternehmen, sondern erhielt auch noch bessere Konditionen.

Eine andere Klientin bewarb sich auf eine Stelle in der Werbebranche, für die ein abgeschlossenes Studium Voraussetzung war. Die Klientin befand sich allerdings noch in einem Dualen Studiengang im 2. Semester. Sie hatte bereits das Know-how, um die im Stellenprofil geforderten Kenntnisse zu erfüllen, da sie bereits eine 3jährige Ausbildung in der Branche absolviert hatte. Doch ihr fehlte der gewünschte Abschluss. So bekam sie nach dem Bewerbungsgespräch eine Absage mit dem Vermerk, sich wieder zu melden, wenn sie den Studienabschluss absolviert hätte. Sie bedankte sich schriftlich und hoffte auf eine spätere Einstellung. Überraschenderweise rief wenige Tage später eine Vertreterin der Personalabteilung bei ihr an. Diese konnte meiner verblüfften Klientin mitteilen, dass das Unternehmen sich überlegt habe, extra für sie eine neue Stelle zu schaffen. In Kombination mit dem Dualen Studium wolle das Unternehmen firmenintern neue Wege gehen.

Ob jedes Dankschreiben solche positiven Folgen haben wird, ist wenig wahrscheinlich. Doch ganz sicher ist, dass häufig kleine Dinge und sogenannte Selbstverständlichkeiten der Auslöser für große Folgen sein können.

Also, nur Mut mit dem Dankschreiben, es kann sich auch für Sie lohnen!

Gastbeitrag  für Jobcoaching Bonn von Helena Roos, Jobcoach

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3 Gedanken zu „Ein „Dankeschön“ als Türöffner

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