Die Minus – 1 Diät für alle Lebensbereiche

Eine gute und gesunde Ernährung spielt im Jobcoaching nicht die Erste, aber doch zumindest eine nicht unerhebliche Rolle. Die berechtigte Frage mag auftauchen: Was hat denn Jobcoaching eigentlich mit Ernährung zu tun? Die Antwort ist einfach: Wer seine Ziele erreichen und im Beruf erfolgreich sein möchte, dem wird es wesentlich helfen, wenn er gesund und besser noch ein bisschen fit  ist. Kein Geheimnis ist, dass eine gute Ernährung sich nicht nur positiv auf den Körper und unser  Körpergefühl, sondern auch auf  die Psyche  auswirkt. Doch was ist überhaupt eine gute Ernährung? 

Über die Themen Ernährung, Abnehmen und Diäten  gibt es in den Buchhandlungen und im Internet  mehr als 1000 und eine Abhandlung. Diaet1Mehr oder minder durch Zufall  habe ich bei  meiner Suche nach Literatur über gesunde Ernährung  ein sehr interessantes Buch zu diesem Thema  gefunden. Und soweit bereits vorab: Dieses Buch reiht sich inhaltlich nicht in die Kategorie des 102. Ratgebers mit der einzigartigen Schlankheitsidee ein.  Es bietet dafür einen sehr individuellen Einstieg in das doch recht komplexe Thema der gesunden Ernährung an. Zugleich  geht es inhaltlich weit über den Ernährungsbereich hinaus. Mit diesem Buch kann der Leser  praktisch und sofort anhand von einfachen „Eigenversuchen“ die Wirksamkeit an sich in allen für ihn relevanten Lebensbereichen testen.

Die Minus -1 Diät von Ronald Schweppe und Aljoscha Schwarz. Kein Diätbuch im klassischen Sinn, doch mehr als hilfreich. Ein Augenöffner für Ihre Achtsamkeit.


In den ersten Kapiteln befassen sich die Autoren mit  eingeschliffenen Verhaltensmustern, die jeder von uns hat. Sie rufen auf, die  Achtsamkeit zu schärfen, um bewusster auf die eigene Ernährung zu achten. Übergewicht sei kein Zufall, sondern habe viel mit unseren eigenen Verhaltensweisen und Essmustern zu tun. Um diese positiv zu verändern, würden weder BMI-noch Kalorientabellen helfen. Die Autoren meinen, dass langfristige Erfolge nur erzielt werden können, wenn wir der Intelligenz unseres Körpers vertrauen und ein Gespür dafür entwickeln, was uns wirklich guttut. Dazu benötigen wir neue Erfahrungen. Und diese neuen Erfahrungen zu sammeln, die Achtsamkeit zu verfeinern und mehr Vertrauen zu sich selber zu entwickeln – dazu will die Minus -1 Diät helfen. Das Buch verspricht dem Leser durch die Minus -1 Diät besser die eigenen Bedürfnisse kennen zu lernen und ganz automatisch zum Idealgewicht zu finden, das der natürliche Ausdruck des körperlichen-seelischen Gleichgewichts sei.

Dazu dient die C.U.T. Methode, die aus drei Schritten besteht: canceln, untersuchen und entscheiden. Was bedeutet das? In einem Selbstversuch wird der Leser aufgefordert, jeweils eine Woche ohne… (Zucker, Alkohol, Fleisch, Fast Food, Weißmehl, Milchprodukte, Kaffee, Zusatzstoffe) zu leben. Das Buch enthält viele Hinweise zu den einzelnen Kategorien der Lebensmittel. Wer zum Beispiel mit der Woche ohne Zucker starten möchte, erfährt zunächst was  „Zucker“ ist, wo überall Zucker drin ist und viele weitere interessante Fakten rund um den Zucker. Danach stellen die Autoren gegensätzliche Meinungen, die es zu jeder Ernährungsweise gibt, – in diesem Kapitel zum Zucker –  neutral vor. Der Leser soll selber entscheiden, zu welcher Ansicht er tendiert. Zudem erzählen Leser ihre Erfahrungen mit ihrer persönlichen  Woche ohne Zucker.

Und dann  kann der Selbstversuch (Schritt 2 die Untersuchung) auch schon losgehen. Das Buch bietet übersichtliche Tabellen für die Woche, in denen täglich das Wohl- oder Unwohlbefinden (Energie, Körper, Psyche) eingetragen wird. Der Leser wird aufgefordert, ganz neutral zu beobachten, was in dieser Woche „ohne…“ passiert und seine Erkenntnisse aufzuschreiben. Nach der Woche kann jeder für sich im dritten Schritt seine persönlichen Erkenntnisse und Konsequenzen aus der Erfahrungswoche ziehen (Entscheidung).

Und das ist für mich das wirklich Gute an dem Buch und der Minus -1 Diät. Die individuelle Hilfe und Unterstützung anhand eigener Erfahrungen. Der eine mag in der Woche ohne Zucker festgestellt haben, dass er abnimmt und sich viel besser ohne Lebensmittel mit Zucker fühlt. Dann wird er wahrscheinlich zukünftig darauf achten, weniger zuckerhaltige Lebensmittel zu konsumieren. Und ein Zweiter hat vielleicht beobachtet,  dass er sich ohne Zucker psychisch wirklich mies fühlt und er für sein persönliches Lebensgefühl einfach ein wenig Zucker benötigt. Er wird vielleicht künftig nicht auf Zucker verzichten, sich aber zumindest des Zuckergehalts der Lebensmittel bewusst sein. Und ein Dritter mag festgestellt haben, dass eine Woche ohne Zucker weder physisch noch psychisch irgendwelche Auswirkungen auf ihn hat. Vielleicht hat er bereits vorher wenig Zucker konsumiert? Wie auch immer, er wird als Konsequenz dieser Woche sein bisheriges Essverhalten bezogen auf den Zucker sicher nicht groß verändern. Doch die persönliche Erkenntnisse muss natürlich jeder  für sich selber ziehen. Dazu ermutigt dieses Buch. Und das macht es für mich auch so glaubwürdig.

Ich habe im letzten Jahr das Buch gelesen und war so begeistert, dass ich selber sofort die Minus -1 Diät ausprobiert und natürlich auch meine eigenen Erkenntnisse daraus gezogen habe. Nach einigen Wochen „ohne…“ kam es überraschender Weise manchmal auch anders als ich vorher gedacht hatte. Eine Woche „ohne“ habe ich übrigens noch nicht probiert. Und das ist die  Woche ohne Kaffee. Die habe ich vor mir hergeschoben, da mir das wirklich schwer fallen wird. Doch ich werde auch diesen Versuch noch wagen.

Insgesamt war ich nach den jeweiligen Wochen „ohne“ über meine Erkenntnisse immer sehr erstaunt, verblüfft und habe auf jeden Fall sehr viel über Ernährung dazu gelernt. Auch wenn ich selber nicht alles konsequent umsetze, was ich durch die Minus – 1 Diät gelernt habe. Achtsamer und bewusster im Umgang mit Lebensmitteln bin ich auf jeden Fall geworden.

Ich möchte nicht zu viel verraten. Aber das letzte Kapitel im Buch befasst sich mit weiteren Zivilisationsfallen. Denn das Minus – 1 Prinzip funktioniert nicht nur im Ernährungs- sondern auch in anderen Lebensbereichen. Wie wär es zum Beispiel mit: Eine Woche ohne Jammern, Eine Woche ohne Fernsehen, Eine Woche ohne Internet, Eine Woche ohne Handy, Eine Woche Ohne Auto? Und auch diese Liste lässt sich beliebig und individuell erweitern. Fällt Ihnen bereits etwas ein?

Meine Bewertung:  Einfach ein großartiges Buch zur Achtsamkeit, das bestimmt nicht im Bücherbord verstauben wird. 

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12 Gedanken zu „Die Minus – 1 Diät für alle Lebensbereiche

  1. minibares

    Wir waren bei einem Ernährungsarzt, er gab mir Rezepte, und so wurde unsere ganze Essgewohnheit umgestellt.
    Kein Schweinefleisch mehr, nichts Geräuchertes, keine Nudeln, keine Kartoffeln.
    Seitdem leben wir ganz gut. Nur darf ich keine Mahlzeit mal ausfallen lassen, durch meine Krankheit nehme ich dann gleich 500 g ab. Und das ist für mich nicht gut.
    Heute haben wir uns noch mit Freunden unterhalten, dass die richtige Ernährung das ganze Leben bestimmt.
    Liebe Grüße Bärbel

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    1. JobcoachingBonn Autor

      Liebe Bärbel, ich denke auch, dass die Ernährung einen wesentlichen Beitrag zum Wohlfühlen leistet und damit auch unser Leben bestimmt. Beeindruckend, dass Du Dich so gut an die ärztlichen Vorgaben halten kannst. Das ist sicher nicht immer leicht. Liebe Grüße

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  2. einfachtilda

    Zucker, Alkohol, Fleisch, Fast Food, Weißmehl, Milchprodukte, Kaffee, Zusatzstoffe) zu leben….das mache ich schon sehr lange und es hat mir bislang nicht geholfen. Überhaupt esse ich fast nie Nudeln und wenig Fleisch. Auf Kaffee kann ich verzichten, gibt ja grünen Tee, den trinke ich den ganzen Tag, dazu noch Mate Tee.
    Ich denke, dass ich schon viel weiß 🙂 ….hilft mir aber nicht 😦

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    1. JobcoachingBonn Autor

      Da scheinst Du ja wirklich viel zu wissen, aber vielleicht ist „alles weglassen“ gerade nicht das richtige für Dich? Spannend fand ich an dem Buch, dass es nichts vorschreibt und keine Idealernährung anbietet, sondern eher an das eigene Gefühl und die Achtsamkeit appelliert. Liebe Grüße

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